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Fingerknacken – nur eine ungesunde Gewohnheit?

Anhaltend geschwollene Fingergelenke müssen nicht immer auf eine entzündliche Erkrankung hinweisen. Es kann auch die Folge einer jahrelangen Angewohnheit sein: Ein zwölfjähriger Junge beispielsweise knackte regelmäßig mit den Fingern und rieb häufig seine Hände. 

Der Junge litt seit mehr als drei Jahren unter schmerzlosen Schwellungen der Fingergelenke beider Hände. Typische Hinweise auf eine Arthritis wie Morgensteifigkeit oder erhöhte Entzündungswerte fehlten jedoch. Bei der Untersuchung fanden sich Schwellungen an den Fingergelenken sowie am rechten Zeigefinger eine ringförmige Aufhellung der Haut und eine Verhornung. Röntgen und MRT zeigten eine Schwellung des Weichteilgewebes, jedoch keine Gelenkentzündung oder Knochenschäden.

Auch Blutbild und Entzündungswerte waren unauffällig. Die Ärzte rieten dem Jungen, das Fingerknacken unbedingt einzustellen. Diese Diagnose ist durchaus kein Einzelfall: Die seltene Erkrankung tritt überwiegend bei männlichen Jugendlichen auf. Als Auslöser gelten wiederholte Mikroverletzungen durch mechanische Belastung, etwa häufiges Fingerknacken oder starkes Reiben der Hände. Auch spezielle Verhaltensgewohnheiten können eine Rolle spielen und werden von Betroffenen oder Angehörigen nicht immer von selbst erwähnt. In vielen Fällen bildet sich die Schwellung zurück, wenn die auslösende Gewohnheit beendet wird.

Wiswaya, K. et al.
Medical gaslighting in rheumatology: listening, learning, and leading
Ann Rheum Des 12/2025

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